Moment, was ist denn mit dem Kiesabbau in Wiedelah ?

Nachdem im Juli 2021 die Bürgerinitiative „Kein Kiesabbau in Wiedelah“ gegründet wurde, führte sie Bürgerinformationen mit Aufklärungsveranstaltungen in Wiedelah durch.
Dabei wurde auch ein von mir vorformuliertes Einspruchsschreiben gegen das Abbauvorhaben verteilt. Über 150 dieser Einspruchsschreiben, die zum großen Teil auch von der Internetseite http://kein-kiesabbau-in-wiedelah.de/ runtergeladen worden sind, haben die zuständige Genehmigungsbehörde (Regionalverband Braunschweig) erreicht. Die Behörde war davon so beeindruckt, dass es von Seiten des Regionalverbandes in der Digitalkonferenz (Sept. 2021) als notwendig erachtet wurde, eine Bürgerinformationsveranstaltung in Wiedelah abzuhalten.

Da dies auch auf Drängen der BI erfolgte, ließ der RegV über den neuen Ortsvorsteher Ulli Bock (ebenfalls Mitglied der BI) diese Veranstaltung planen. Natürlich wurden die Örtlichkeit, die Sprechanlage sowie die pandemiekonformen Zugangskontrollen (Luka-App) von der BI organisiert.
Zum Entsetzen vieler hat sich dann der RegV den höchst peinlichen Fauxpas erlaubt, zu dieser Bürgerinformation, die den Wiedelaher Bürgern das demokratische, neutrale und rechtskonforme Genehmigungsverfahren darlegen sollte, die Antragstellerin, die Firma Raulf Kies auf das Podium zu bitten. Die Abbaufirma sollte nach Meinung des RegV ebenfalls die Möglichkeit erhalten, ihren Antrag den Bürgern vorzustellen.
Letztendlich hat sich der RegV nur seiner viel zu starken, unkritischen Nähe zur Antragstellerin entlarvt, was auch zu verbalen Unmutsäußerungen von den Bürgern Wiedelahs führte. Viele Besucher der Veranstaltung haben schließlich mit einem Gefühl der Ohnmacht und Zweifeln an der Redlichkeit dieses Verfahrens den Saal verlassen.
Leider hat die Behörde es nicht geschafft, ihre unabhängige Position zu diesem geplanten Bodenabbau, der tief in die Existenz und das Alltags- und Freizeitleben Wiedelahs eingreift, zu manifestieren.

Es ist nur weiterer Frust auf den Staat und dessen Behörden geschürt und der Demokratieverdrossenheit Vorschub geleistet worden.

Das bedeutet für die BI und die Wiedelaher natürlich, nicht die Flinte ins Korn zu werfen. Nein – man muss mit weiteren gezielten Aktionen auf den unglaublichen Missstand aufmerksam machen. Wir müssen für unser Dorf kämpfen und alle Möglichkeiten ausschöpfen!

Und schließlich wird dann wahrscheinlich ein Gericht darüber entscheiden müssen. Wenn es soweit kommen sollte, dann wissen auch die Wiedelaher, unsere Demokratie ist geschädigt und wird von den Mächtigen in dieser Republik okkupiert.

28.12.21 Michael Schüler